Zuhause.

Zusatztermin zur
Vortragsreihe
“Von Jekkes und Jecken – Kölnisch-Jüdische Geschichte(n)

am 10.07.2014, 19:30 Uhr, Hörsaal XVIII,
Hauptgebäude der Uni Köln:

Feedbackrunde und Ideensammlung für eine zweite Vortragsreihe!
in Zusammenarbeit mit der Universität zu Köln,
mit der Unterstützung der Eheleute Bethe
Mai-Juli 2014

*********

LehrerInnenfortbildungsseminar im Oktober 2014:
Judentum im Alltag: Einladung zu “Rosh HaShana” -
dem jüdischen Neujahrsfest

Anmeldeformular zum runterladen: Judentum im Alltag

*********

Projekttage bzw. -stunden für Schulen:
  Infoblatt zum runterladen: M&H Schulkonzept

Geschichten sind Spiegelbild der Kultur. Im Judentum gibt es unzählige
Geschichten, die als Antwort auf jede Frage und als Lösung für jede
Lebenslage gern und viel erzählt werden. Deswegen muss ich an der Stelle
auch eine erzählen, denn es geht hier um die Frage:
Wer sind wir und was wollen wir eigentlich mit unserem Verein?

Ich verbringe gerade ein paar Monate in New York, aus privaten und geschäftlichen Gründen. Kurze  Zeit  nach der Ankunft musste ich zu einer Bank, da meine Geldkarte aus unerklärlichen Gründen nicht mehr funktionierte. Ich wurde von einem sehr netten jungen Herrn empfangen, der eine Kippa und ein Schild mit dem Namen „Jakob“ trug. Innerhalb weniger Minuten löste er mein Problem und händigte mir eine neue Karte aus. Ich war ganz froh und mein erster Impuls war zu sagen: Wissen Sie, ich bin ja auch jüdisch, und ich komme aus Köln, und mein Sohn, ja, der heißt auch Jakob… Ich musste mich kräftig
zurückhalten, um den armen Mann nicht zu umarmen. Und heute bin ich ganz
froh, das nicht gemacht zu haben. Denn in New York zu erzählen, dass man
jüdisch sei, ist ungefähr, als würde man in der Uni-Mensa erzählen, man
studiere hier…

Nach und nach entdeckte ich, wie selbstverständlich und unaufgeregt das
Jüdisch-Sein in New York ist. Man findet die jüdischen Bücher in
öffentlichen Bibliotheken direkt neben den Büchern über Santa Claus,
koschere Lebensmitteln können in jedem Supermarkt erworben werden, jüdische Kulturzentren bieten Programme von der Schwangerschaftsyoga bis zu
Politikdebatten an und werden ebenso von nicht-jüdischen wie jüdischen New
Yorkern intensiv genutzt, es gibt unzählige jüdische Schulen, Theater,
Musicals, Bar- und Bat-Mitzwa-Feier… Und keiner findet es irgendwie
besonders. Wenn es sich gut verkaufen lässt und jedem nutzt, warum nicht? So
die New Yorker.

Klar, wir haben in Deutschland eine andere Geschichte und andere
Hintergründe, und dennoch hatte diese Normalität eine ganz besondere
Wirkung: Auf einmal kommen die zahlreichen wunderbaren Inhalte des Judentums in den Vordergrund. Es geht um die schönen Geschichten, die es im Judentum in Fülle gibt, um die Erfahrungen, die man mit anderen teilt, um den
jüdischen Humor, jüdische Vorurteile, Traditionen und die Kultur… Es geht
um das Eigentliche. Und darum geht es uns auch in unserem Verein. Das
Judentum den Menschen nahe zu bringen, es „normal“ und „alltäglich“ zu
machen und die vielen Fragen und Themen in offener und freier Atmosphäre
anzusprechen und auszutauschen.

Judentum als eine Normalität in Deutschland. Ist das möglich?
Wir glauben:
Ja, das ist es. Und wir stehen dafür.

Kontakt:


Bankverbindung:

Milch und Honig – Jüdisches Kulturzentrum Köln e.V.
Commerzbank Köln
IBAN: DE42 3704 0044 0846 6898 00
BIC: COBADEFF370

2 Antworten zu “Zuhause.

  1. Gottfried Kohlgraf

    Ich habe die 5-tägige Vortragsreihe “Judentum in Köln” mit großem
    Interesse verfolgt. Klasse Vorstellung der div. Perspektiven; Danke.

    Sie planen weitere Veranstaltungen: meine Vorschläge:

    * Exkursion zu den div. jüdischen Gemeinden in Köln mit deren div.
    Ausrichtungen; ggf Synagogenbesuche
    * Podiumsdiskussion – ggf. mit “Zeit für Wissen” im Medienpark 8a
    50670 Köln, Thomas Bollwerk über
    “Religionen in Köln heute und deren Gegensätze und Gemeinsamkeiten”
    Judentum heute, Islam, christliche Religionen.
    Im Podium könnten sein:
    Stefan Hesse, zZT. stellvertretender Bischof in Köln, Prof. Dr. Hiltrud
    Kier, Pastor Meurer und Vertreter aus dem muslemischen Bereich.
    * Kabarett: jüdische Witze und was dahinter steckt;
    kommt regelmäßig Sonntags in WDR 5, ca. 8.30UHR,
    dazu Musik wie Klesmer von Klesmer Chai, Musikschule Leverkusen,
    0214 406 4051, Jürgen Ohrem.

    Schönen Gruß

    Gottfried Kohlgraf
    .

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